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SHK-Info

Wärmepumpe und Einrohrheizung

Ja, mit Einschränkungen. Warum das Einrohrsystem der Wärmepumpe Probleme macht und welche vier Maßnahmen es lösen.

Was eine Einrohrheizung ist

Wer eine Wärmepumpe plant, aber eine ältere Einrohrheizung im Haus hat, fragt sich, ob das zusammenpasst. Es kann funktionieren – mit den richtigen Maßnahmen. Bei einer Einrohrheizung fließt das Heizwasser in einem einzigen Rohr nacheinander durch alle Heizkörper eines Strangs. Jeder Heizkörper kühlt das Wasser ein Stück ab, sodass es am letzten Heizkörper deutlich kühler ankommt als am ersten. Verbaut wurde dieses System vor allem in den 1960er- bis 1980er-Jahren, weil es Rohrmaterial sparte. Bei Zweirohrsystemen bekommt dagegen jeder Heizkörper Wasser mit derselben Vorlauftemperatur.

Warum das mit der Wärmepumpe schwierig ist

  • Niedrige Vorlauftemperaturen. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit Vorlauftemperaturen zwischen 30 und 45 °C. Einrohrheizungen wurden meist für 70 °C und mehr ausgelegt – und weil das Wasser im Strang immer kälter wird, müssen die letzten Heizkörper mit noch weniger auskommen.
  • Wärmeverteilung. Was bei 70 °C Vorlauf noch funktioniert, wird bei 45 °C zum Problem: Der letzte Heizkörper im Strang bekommt zu wenig Wärme ab, der Raum bleibt kalt.
  • Hoher Volumenstrom. Die Wärmepumpe braucht einen hohen, möglichst konstanten Durchfluss. Bei der Einrohrheizung fließt ein großer Teil des Wassers über den Bypass am Heizkörper vorbei, und bei schließenden Thermostatventilen ändert sich am Volumenstrom wenig – das passt eigentlich gut, verlangt aber eine saubere Auslegung der Pumpe.

Lösungen und Maßnahmen

  • Hydraulischer Abgleich. Ein Abgleich optimiert die Verteilung, damit jeder Heizkörper ausreichend versorgt wird – bei der Einrohrheizung über die Einstellung der Bypass-Anteile und des Strangvolumenstroms.
  • Heizkörper vergrößern. Größere oder zusätzliche Heizkörper – vor allem am Ende des Strangs – nutzen die niedrigere Vorlauftemperatur besser aus. Welche Heizkörper reichen, ergibt die raumweise Rechnung im Ratgeber Heizflächen optimieren.
  • Pufferspeicher. Ein Speicher entkoppelt Wärmepumpe und Heizkreis, stabilisiert die Vorlauftemperatur und sichert die Laufzeiten der Wärmepumpe.
  • Umbau zum Zweirohrsystem. In manchen Fällen ist es sinnvoll, den Strang in ein Zweirohrsystem umzubauen – gleichmäßigere Verteilung und volle Kompatibilität mit der Wärmepumpe, aber auch der größte Eingriff.

Fazit

Eine Wärmepumpe kann grundsätzlich mit einer Einrohrheizung betrieben werden. In der Regel sind aber zusätzliche Maßnahmen nötig, damit Effizienz und Komfort stimmen. Entscheidend ist eine sorgfältige Planung: raumweise Heizlast, Prüfung der vorhandenen Heizkörper und eine Vorlauftemperatur, die das gesamte System mitmacht. Ein Fachbetrieb, der die Gegebenheiten vor Ort beurteilt, kann daraus die passende Empfehlung ableiten – und so die Vorteile der Wärmepumpe auch in Kombination mit einem älteren Einrohrsystem nutzbar machen.

Ist mein Haus bereit? Der Wärmepumpen-Check erfasst Gebäude, Heizung und Heizkörper Schritt für Schritt.

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Herstellerneutral zusammengestellt von der Redaktion SHK INFO. Zuerst erschienen am 23. Mai 2024 als „Wärmepumpe und Einrohrheizung: Funktioniert das?“ im SHK-Info-Blog, für die neue Seite überarbeitet im Oktober 2026. Angaben nach bestem Wissen, ersetzen aber keine Prüfung der Anlage im Einzelfall.

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